Der Ellbogen – ein hässliches Entlein ?

26.01.2017

Wie werden Probleme am Ellbogen am effektivsten behandelt?
Die meisten Ellbogenprobleme können effektiv, relativ einfach und in der Mehrheit ohne Operation behandelt werden – wenn sie richtig und rechtzeitig erkannt werden. Das heißt, wenn der Ellbogen trotz Behandlung schmerzt, dann sollte nachgehakt werden. Es gibt mittlerweile eine Reihe von wissenschaftlichen Arbeiten die zeigen, dass die „chronischen“ und „behandlungsresistenten“ Probleme am Ellbogen nicht selten auf einer diagnostischen Fehleinschätzung beruhen. So zeigt zum Beispiel eine aktuelle, Schweizer Studie der alphaclinic Zürich, dass 2 von 3 Patienten mit „chronischem Tennisarm“ eigentlich an einer Instabilität und nicht einem Tennisarm leiden (in einer vergleichbaren deutschen Studie waren es sogar 75%).

Worauf beruhen diese Fehleinschätzungen? Zum einen ist es so, dass die Probleme des Ellbogens noch nicht den gleichen Bekanntheitsgrad haben, wie zum Beispiel die Erkrankungen der Schulter oder des Knies. Zum anderen ist der Ellbogen auch ein verhältnismäßig duldsames und unaufgeregtes Gelenk, das lange mitspielt, und selbst am Ende nur wenig Symptome zeigt; im Verglich zur Schulter, die selbst bei einer moderaten Reizung gerne das Armheben verunmöglicht, schnell einsteift und den Schlaf raubt. Deswegen braucht es zur korrekten Diagnostik des Ellbogens ein genaues Hinhören und –fühlen und ein gutes Maß an einschlägiger Erfahrung. 

Zur Person

PD Dr. med. Patrick Vavken

Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, Mitglied FMH