Neurochirurgie

Was ist Neurochirurgie?

Die Neurochirurgie ist das Fachgebiet, das sich mit der Behandlung der Erkrankungen der Wirbelsäule (Bandscheibenvorfälle, Wirbelfrakturen, Tumoren des Rückenmarks und der Wirbelsäule, degenerative Skoliose) und des Nervensystems (Hirntumoren, Gefässfehlbildungen, Liquorstörungen) befasst.

Für welche Patienten?

In die Sprechstunde eines Neurochirurgen kommen im Allgemeinen Patienten, die von ihrem behandelnden Arzt überwiesen wurden, um eine neurochirurgische Fachmeinung einzuholen. Sie können auch direkt einen Termin für die Sprechstunde des Neurochirurgen vereinbaren. Innerhalb von Swiss Medical Network können alle Patienten unabhängig von ihrer Krankenversicherung die Neurochirurgen aufsuchen, um eine erste neurochirurgische Beurteilung durchführen zu lassen. Bei bestimmten Patienten, die bereits wegen einer Erkrankung der Wirbelsäule operiert wurden, kann eine Beratung durch einen Spezialisten für Neurochirurgie erforderlich sein, um eine «Salvage-Operation» vorzusehen. Dabei handelt es sich um eine Operation zur Wiederausrichtung ihrer Wirbelsäule und Korrektur des allgemeinen Gleichgewichts, das durch vorangegangene Operationen manchmal beeinträchtigt wurde.

Welche Symptome treten auf?

Je nach Krankheit treten bei den Patienten unterschiedliche Symptome auf. Sie können an Rücken- oder Nackenschmerzen oder Schmerzen oder Schwäche in Armen und Beinen leiden. Bestimmte Krankheiten des Gehirns können Kopfschmerzen oder Sprech-, Schreib- oder Gehstörungen hervorrufen.

Welche Behandlungen sind möglich?

Im Rahmen des ersten Termins bei dem Facharzt für Neurochirurgie werden zunächst alle Behandlungsmöglichkeiten ausgelotet. Mit Ausnahme von Personen mit erheblichen neurologischen Beeinträchtigungen können alle Patienten von einer medikamentösen Behandlung (Schmerzmittel und Entzündungshemmer), einer physikalischen Therapie (Physiotherapie, Manipulationen, Akupunktur, Massagen) oder einer Schmerztherapie durch Infiltrationen (Verabreichung von Medikamenten direkt in der Nähe der betroffenen Körperbereiche) profitieren. Wenn diese so genannten konservativen Behandlungen die Schmerzen nicht beheben, kann ein operativer Eingriff angezeigt sein und wird mit den Patienten und ihrer Familie ausführlich besprochen.

Welche Risiken bestehen?

Eine Operation ist abhängig von der Art des Eingriffs und der Operationsstelle mit unterschiedlichen Risiken verbunden. Dank innovativer Technik, die in unseren Kliniken zur Verfügung steht, werden Patienten mit Erkrankungen der Wirbelsäule minimalinvasive Operationsverfahren angeboten, um die postoperativen Schmerzen zu verringern, den Spitalaufenthalt zu verkürzen und eine rasche Rückkehr in den Alltag zu ermöglichen.

Behandlung

Bei bestimmten Erkrankungen wie Bandscheibenvorfällen (Lenden- und Halswirbelsäule) und Dekompressionsoperationen der Lendenwirbelsäule wird eine Behandlung in der Tagesklinik durchgeführt und die Möglichkeit angeboten, die Nacht nach der OP in der Klinik zu verbringen. Andere operativ behandelte Krankheiten können einen drei- bis siebentägigen Aufenthalt in der Klinik erfordern.

Postoperative Betreuung

In der postoperativen Phase begleitet ein multidisziplinäres Team (Operateur, Physiotherapeut, Pflegepersonal) den Patienten während seiner gesamten Rekonvaleszenz. Entscheidend für eine erfolgreiche neurochirurgische Therapie ist die Möglichkeit, wissenschaftlich fundierte und an die Bedürfnisse jedes Patienten angepasste Behandlungen anzubieten. Dank neuer minimalinvasiver Operationstechniken und postoperativer Frühmobilisation sind die Patienten häufig in der Lage, bereits am Abend der Operation oder am Folgetag zu gehen, und können schnell nach Hause entlassen werden. Abhängig von der durchgeführten Operation kann der gewohnte Alltag innerhalb von drei bis sechs Wochen nach dem Eingriff wieder aufgenommen werden. Bei bestimmten Patienten, insbesondere nach «Salvage-Operationen» an der Wirbelsäule, kann ein (7- bis 14-tägiger) Aufenthalt in einer Rehabilitationseinrichtung von Vorteil sein, um eine schnelle und vollständige Erholung zu begünstigen.

Wodurch zeichnet sich Swiss Medical Network aus?

In den Kliniken von Swiss Medical Network tragen mehrere Faktoren zum Erfolg der Neurochirurgie bei:

  • Anerkannte Neurochirurgen und spezialisierte Pflegekräfte
  • Einsatz von Spitzentechnologie bei den Operationen (3D-Fluoroskopie, Neuronavigation, robotisches Exoskop - das erste in der Schweiz -, Operationstisch der neuesten Generation)*
  • Aufmerksame und respektvolle Betreuung
  • Ausführliche und vollständige Informationen über Nutzen und Risiko der Operation

*Je nach Klinik und Operateur bestehen Unterschiede bei der Verfügbarkeit bestimmter Operationstechniken und den eingesetzten Geräten. Bitte fragen Sie Ihren Operateur nach weiteren Einzelheiten.

FAQ

Wann muss ein Neurochirurg konsultiert werden?

Ein Neurochirurg sollte auf Anforderung Ihres behandelnden Arztes oder bei belastenden Symptomen wie Rücken- oder Nackenschmerzen, Schmerzen oder Schwäche in Armen und Beinen, Kopfschmerzen und Sprech-, Schreib- oder Gehstörungen konsultiert werden. Wenn diese Symptome plötzlich auftreten oder besonders ausgeprägt sind oder Sie beunruhigen, sollten Sie sich sofort an einen Notdienst wenden.

Wie lange dauert der Spitalaufenthalt?

Abhängig von der durchgeführten Operation schlägt der Neurochirurg eine Behandlung in der Tagesklinik vor und bietet die Möglichkeit an, die Nacht nach der OP im Spital zu verbringen. Bei schwereren Operationen ist ein 3- bis 7-tägiger Spitalaufenthalt erforderlich.

Wie lange dauert die Rekonvaleszenz?

Abhängig von der durchgeführten Operation können Sie drei bis sechs Wochen nach dem Eingriff ihren gewohnten Alltag wieder aufnehmen.

Muss ich nach meinem Eingriff einen Reha-Aufenthalt vorsehen?

Das hängt ganz von der Art der durchgeführten Operation ab. Während Ihres Aufenthalts in einer unserer Kliniken wird Ihr Operateur die Indikation für ein stationäres oder ambulantes Reha-Programm stellen. Das gesamte Pflegeteam wird Ihnen Rehabilitationsmassnahmen anbieten, die an Ihre Bedürfnisse angepasst sind.

Wann muss die Rehabilitation beginnen?

Die Rehabilitation nach einem neurochirurgischen Eingriff beginn noch am Tag der Operation (bei Patienten, die mit minimalinvasiver Technik operiert wurden) oder am Folgetag. Ein spezielles Physiotherapie-Team betreut Sie während Ihres gesamten Spitalaufenthalts und bietet Ihnen in Abstimmung mit dem Operateur einen an Ihre Bedürfnisse angepassten Rehabilitationsplan an.

Welche Aktivitäten sind während der Rekonvaleszenz möglich und wie erfolgt die Wiederaufnahme der Aktivitäten?

Bei der Mehrzahl der Wirbelsäulenoperationen ist Gehen die optimale Aktivität in den ersten sechs Wochen nach der Operation. Ausserdem müssen in diesen ersten sechs Wochen die vom Operateur genannten Einschränkungen beachtet werden. Zum Beispiel müssen Sie starkes Drehen und Beugen des Rückens vermeiden und dürfen keine Gegenstände von mehr als 2,5 kg heben, schieben oder ziehen.

Sie müssen Ihrem Arbeitgeber mitteilen, dass Sie etwa sechs bis zwölf Wochen arbeitsunfähig sein werden. Sehr häufig können Sie Ihre Arbeit jedoch vor Ablauf dieser Frist wieder aufnehmen.

Sie können eine sexuelle Aktivität wieder aufnehmen, wenn Sie sich bereit dazu fühlen. Sie werden wahrscheinlich feststellen, dass bestimmte Stellungen angenehmer sind als andere. Es ist ratsam, Vorsicht und gesunden Menschenverstand walten zu lassen: Erzwingen Sie nichts, wenn Sie Schmerzen haben.

Wann kann ich wieder Auto fahren?

Sie können wieder Auto fahren, wenn Sie sich bereit fühlen, keine opioiden Schmerzmittel (auf Morphinbasis) nehmen und Ihr Operateur die Erlaubnis gegeben hat. Im Allgemeinen ist von zwei bis drei Wochen nach einer lumbalen Dekompression und einer Diskektomie sowie vier bis sechs Wochen nach einer lumbalen Fusionsoperation auszugehen. Beginnen Sie mit kurzen Strecken und steigen Sie alle 30 bis 45 Minuten aus dem Auto, um einen Spaziergang zu machen und Ihre Position zu wechseln. Achtung: Narkotische Schmerzmittel führen zu einer Verzögerung Ihrer Reflexe.